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Das Leben erhalten
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Das Leben erhalten 

(NA 4)

Inhalt

"Biosafety" bei Gentechnik in der Landwirtschaft (NA 4.1) - Rettet unser Saatgut (NA 4.2) - Gift vergiftet (NA 4.3) - Nachhaltiges Wirtschaften durch Ökologischern Landbau (NA 4.4) - Gentechnisch verändert - die Auszeichnungspflicht (NA 4.5) - Der Erhalt der biologischen Vielfalt rettet auch den Menschen (NA 4.6) - Ein "Forum für Verantwortung" (NA 4.7) - "Weltzukunftsrat" auf der Suche nach politischen Lösungen (NA 4.8) - Keine Steaks essen - zum Lebenserhalt (NA 4.9) - Elektrosmog schadet Menschen, Pflanzen und Tieren (NA 4.10) - Quecksilberlampen vergiften die Umwelt (NA 4.11) - Dieselruß schadet der Gesundheit und dem Klima (NA 4.12) - Das Leben erhalten - oder Untergang? (NA 4.13) - Ausverkauf des Überlebensnotwendigen (NA 4.14) 

Eiinem Sterben der biologischen Vielfalt könnten später die Menschen folgen.
Die letzten (menschenähnlichen) Gorillas kämpfen um ihr Überleben.

 

Erst wenn Du den letzten Baum gefällt und den letzten Fisch gefangen hast, wirst Du wissen, dass man Geld nicht essen kann.

(Indianisches Sprichwort aus Geschriebene Weisheiten II - im Dialog-Verlag-Reinbek)

 

"Biosafety" bei Gentechnik in der Landwirtschaft (NA 4.1) 

Vom 12. - 16. 5. 08 richtete das Bundesministerium für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft (BMELV)-Deutschland die Konferenz zum Biosafety-Protokoll in Bonn im Maritim-Hotel aus. Rund 2000 Delegierte waren aus etwa 150 Staaten angereist, um über das "Protokoll zur biologischen Sicherheit" zu verhandeln. Im Rahmen der Uno-Konvention zur biologischen Vielfalt vom Februar 1999 in Cartagena, beschlossen im Januar 2000 in Montreal, wird hierin vor allem der Umgang mit Risiken des internationalen Handels mit gentechnisch veränderten Organismen, hier Saatgut, geregelt. 2006 beschossen die Vertragsstaaten, die gültige Regelung ab 2012 durch genauere Kennzeichnungsvorschriften zu ergänzen.

Wichtig ist im Protokoll der Alt-Fassung: Gen-Ware, die sofort zu Lebens- und Futtermitteln verarbeitet wird, darf ex- und importiert werden. Nur bei Saatgut kann die Einfuhr verweigert werden, wenn plausible Zweifel an der Sicherheit für und Gesundheit bestehen. Das Exportland muss dazu alle Informationen liefern, die für eine Sicherheitsbewertung erforderlich sind (hi in HA 9. 5. 08).

Ergänzend bedeutet dies, dass Unbekanntes nicht genannt und Bekanntes veschwiegen werden kann. So fanden beispielsweise Wissenschaftler der Lund-Universität in Schweden noch 10 Jahre nach Ende eines Freisetzungsversuches (1995-2005) mit gentechnisch verändertem Raps noch Abkömmlinge der Genpflanzen vor. In "Biology Letters" schrieben sie, dass besondere Sorgfalt nötig sei, um Verunreinigungen von nicht gentechnisch manipulierten Pflanzen zu vermeiden (dpa 2. 4. 08 in HA).  

Gleichzeitig mit dem Beginn der Konferenz, am 12. 5. 08, machten 80 Nichtregierungsorganisationen mit dem Festival "Planet Diversity" auf die weltweit schwindende Artenvielfalt aufmerksam  www.planet-diversity.org (epd 6. 5. 08 in HA). Siehe hierzu auch Pro Umwelt Adressen.

Wieder zur gleichen Zeit bereiste der kanadische Farmer Percy Schmeiser Europa, um über die negativen Auswirkungen des Einsatzes von Gen-Raps in seiner Heimat zu berichten: "In Kanada gibt es kein Raps-Saatgut mehr, das nicht gentechnisch verunreinigt ist. Dasselbe gilt für Soja. Als die transgenen Sorten 1996 auf die Äcker kamen, hat uns niemand davor gewarnr. Heute wissen wir: Wenn gentechnische Pflanzen erst einmal ausgesät sind, findet man sie oder ihre Genstruktur bald überall. Hier in Europa habt ihr noch die Wahl, euch gegen Gentechnik zu entscheiden (meint er). Und ihr könnt im Nachhinein nicht sagen, ihr hättet nichts gewusst." Seine Frau Louise und er erhielten für ihren Einsatz und ihre Untersuchungen 2007 den "Alternativen Nobelpreis".

Weil der Wind die gen-veränderten Pflanzen weit weht, meinen Saatgut-Lieferfirmen möglicherweise, sie könnten denjenigen, die ihr gutes, patentiertes Saatgut jetzt, wenn auch ungewollt, verarbeitet haben, zur Zahlung heranziehen. 

Das oberste kanadische Gericht entschied tatsächlich gegen Percy Schmeiser, dass das Patent der Gen-Saatgut Firma auch greifen würde, wenn dass Saatgut zu ihm geweht sei. Minister Seehofer sagte dazu im Gespräch mit dem Magazin Schrot und Korn: "Dieses Szenario halte ich bezogen auf Deutschland für völlig realitätsfern." Er meinte, "die Haftungsregeln sind gut". Nach dem nivellierten Gentechnikgestz setzt allerdings die Haftung des Verunreinigers erst bei über 0,9 % Verunreinigung ein  Sodann muss der Abstand der genveränderten Aussat von Öko-Aussat 300 m und von anderer Aussat 150 m betragen. Unter www.bmelv.de geht man links auf Landwirtschaft, gibt den Suchbegriff Gentechnik ein - und findet dort sehr viel, z. B. das Download "Die grüne Gentechnik - ein Überblick". Österreich und Ungarn untersagen GVA übrigens völlig.

Percy Schneider ließ später das Gensaatgut mit der Hand entfernen. Er schickte der Gentchnikfirma die Rechnung von 660 Dollar, die sie dann bezahlte (Angelika Hillmer in HA 9. 5. 08). Das Hauptproblem liegt wohl darin, dass vorher keiner weiss, wie Richter entscheiden. 

Die Biosyfety-Konferenz endete am 16. 5. 08 mit wichtigen Beschlüssen. Dazu sagte die Parlamentarische Staatssekretärin Ursula Heinen:  "Wer Schäden durch gentechnisch veränderte Organismen verursacht, muss dafür haften. Diese Haftung darf nicht vom guten Willen des Schadensverursachers abhängen, sondern sie braucht rechtsverbindliche Grundlagen. Darauf haben wir uns geeinigt." Allerdings werden die rechtstechnischen Einzelheiten von Rechtsexperten ausgearbeitet. Und dies dauerrt natürlich. - Trotzdem wäre durch das Konferenzergebnis auch deutschen Gerichten eine Entscheidungsgrundlage gegeben. Beispielsweise könnten benachbarte Landwirte zunächst mindestens bei über 0,9% Pflanzen- und Saatgutverunreinigung bei dem durch Gen-Saatgut verursachenden Landwirt Schadensersatzt einklagen, auch dann, wenn dessen Aussat zehn Kilometer entfernt liegt, der Sturm das Saatgut aber so weit getragen hat. Der könnte wiederum (aber nur möglicherweise) seinen Lieferanten zur Zahlung heranziehen wollen. Dies wird der Lieferant vielleicht mit der Begründung ablehnen, dass das Saatgut ja auch im Gewächshaus angebaut werden könne. Die Haftung für den Gen-Saatgut aussäenden Landwirt kann also unkalkulierbar hoch werden. Dies ist keine Rechtsauskunft, sondern ein Hinweis, dass sich der Genlandwirt später vielleicht mit Gerichten statt der Landwirtschaft beschäftigt. Weitere Informationen des Ministeriums unter: www.bmelv.de .

 

Rettet unser Saatgut (NA 4.2)     

Die Initiatoren von "Save our Seeds" (Rettet unser Saatgut) probagieren einen gewaltfreien und produktiven Protest gegen die Gentechnik. Da für den Anbau von Gentechnikmais Mindestabstände zu konventionellen Sorten gelten, sollen Bundesbürger Mais anpflanzen, um die Ausbreitung der Gentechnik einzudämmen. Sie schlagen den Zuckermais Bantam vor, "weil er köstlich schmeckt, am allerbesten frisch aus dem eigenen Garten". Weitere Infos unter www.bantam-mais.de (hi in HA 6. 5. 08).

Wo wird Genmais angebaut? Greenpeace veröffentlicht dazu eine Karte: www.greenpeace.de . Es werden aber auch Angaben unter www.bmelv.de gemacht. Im August 2008 ergänzte Greenpeace, dass Mais-Saatgut allmählich durch gentechnische Sorten verunreinigt wird. Nach Auswertung der Angaben deutscher Landesbehörden wurden von 438 untersuchten konventionellen Mais-Proben, 9 mal gentechnische Verunreinigungen gefunden (19. 8. 08 hi in HA). 

Nach Angabe von Foodwatch e. V. sind 80 % der weltweit angebauten gentechnisch veränderten Pflanzen Futtermittel. Ab Anfang 2008 soll auf den Verpackungen „Ohne Gentechnik“ stehen. Wenn sie die Aufschrift fehlt, ist andernfalls ist damit zu rechnen. Trotzdem ist möglich, dass „…ein bisschen Gentechnik drin ist“, wie der Bund für Lebensmittelrecht und Lebensmittelkunde kritisierte S. Jelkic in ETD Nr. 6/08). Pollen der gentechnisch veränderten Maissorte MON 810 sollten nach Nabu mindestens 1 km vom nächsten Schutzgebiet (oder BIO-Anbau) entfernt sein. Dies ermittelte der Naturschutzbund im Auftrag des Brandenburger Umweltamtes für das Naturschutzgebiet Ruhlsdorfer Bruch. Das im Februar 2008 verabschiedete Gentechnik-Gesetz sieht nur einen Abstand von 150 m zu üblichen Maisfeldern und 300 m zu Ökoäckern vor (hi in HA 11. 2. 08).

Darum sollte auf Empfehlung von Gentechnikgegnern auf möglichst vielen Standorten Bantam-Mais wachsen. Hobbygärtner und Profis sähen die Maissorte aus, weil sie dann laut Gentechnikgesetz über den Anbau von gentechnisch verändertem Mais in der Nachbarschaft informiert und vor deren Pollenflug geschützt werden müssen. Weitere Infos unter www.bantam-mais.de (hi 7. 4. 10 in HA). 

Im Juli 2008 wurde dann gemeldet, dass sich der Anteil des gentechnisch veränderten Sojas vom Jahre 2002 mit 16,6 % bis 2007 auf über 53 % laut hessischer Untersuchung erhöht hatte (ap in EPD/jel).

Am 2. März 2009 entschieden die EU-Umweltminister in Brüssel, dass Österreich und Ungarn weiterhin den Anbau von Gentechpflanzen verbieten dürfen. Umweltminister Gabriel (SPD) sagte dazu: "Ich kann den gesellschaftlichen Mehrwert der Produkte von Monsanto nicht erkennen." Auch Deutschland prüft Möglichkeiten, den Anbau von Genpflanzen zu verbieten (dpa 3. 3. 09 in HA).

Ende September berichtete Angela Grosse (in HA 26. 9. 08) aus Augsburg, dass von einem Imker die Jahresernte seiner Bienen von 342 Kilo Honig und Met in der Müllverbrennungsanlage Augsburg verbrannt werden mussten. Im Honig waren nach Untersuchung gentechnisch veränderte Blütenpollen entdeckt worden. Sie stammten von Feldern, "auf denen die Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft gentechnisch veränderten Mais (MON810) anbaute. Weil aber der Mais des US-Agrarmultis M. selbst in Spuren nicht auf dem Teller landen darf, ordnete das Verwaltungsgericht Augsburg die Vernichtung des Honigs an.

Rund 80.000 Imker sorgen bislang in Deutschland noch dafür, dass die Nutzpflanzen bestäubt werden und noch eines der wertvollsten Nahrungsmittel, der Honig, erhältlich sind. Einige Bundesländer wollen bereits gentechnikfrei sein oder werden. Nur so kann möglicherweise ausreichend wertvolle Pflanzennahrung im Lande produziert werden.

Anfang 2009 mahnte Beate Jessel, die Präsidentin des Bundesamtes für Naturschutz, Zurückhaltung beim Einsatz von Gentechnik in der Landwirtschaft an und sagte dazu: "Unseres Erachtens ist der Anbau gentechnisch veränderter Pflanzen mit Risiken behaftet, die sich nicht mit Sicherheit abschätzen lassen". Das Bundesamt forderte in einem Positionspapier solange auf den Einsatz gentechnisch veränderter Pflanzen zu verzichten, bis ihr Nutzen und ihre Naturverträglichkeit nachgewiesen seien (epd in HA 14. 1. 09).

 

Gift vergiftet (NA 4.3)

Das Gift vergiftet, weiß jeder. Die Vergiftung von Tieren aller Art, die sich von den Pflanzen ernähren, die der Mensch gerne, schön sauber, glänzend und lange lagerungsfähig angeboten, selbst essen möchte, nennt sich dann Pflanzenschutz.

Auf dem Weltmarkt werden Pflanzenschutzmitteln für insgesamt 24,6 Mrd. € verarbeitet (Quelle Industrieverband Agrar - bringt Steuern und Arbeitsplätze). Davon 25 % in Europa - und davon werden pro Hektar Anbaufläche 275 E in den Niederlanden, 138 € in Frankreich, 132 € in Deutschland, 60 € in Österreich, 44 € in Spanien, 31 € in Schweden und 18 € in Rumänien ausgegeben (Quelle Eurostat. Alles in DER SPIEGEL 51/2005).  

Anfang 2009 wurden in der EU erstmals besonders gefährliche Pestizide, auch bei Nahrungsmitteln aus Drittländern, verboten. Es muss bei einer Zulassung, wenn diese überhaupt erfolgt, besonders geprüft werden, ob diese akute oder chronische Auswirkungen auf Bienen haben, die auf Giftstoffe besonders empfindlich reagieren. In Deutschland sollen beispielsweise im Frühjahr 2007 sage und schreibe 300 Millionen der für die Befruchtung vieler Pflanzen notwendigen Bestäuber wahrscheinlich an einem Pestizid eingegangen sein. 

Nach der Verordnung müssen Substanzen, die Krebs erzeugen, das Erbgut verändern oder die Fruchtbarkeit mindern können bis spätestens 2018 vom Markt genommen werden - 2 gefährliche Substanzen noch 2009, 20 weitere jeweils nach Ablauf der Zulassung. Auch bei Trauben aus Marokko oder Bananen aus Südamerika beispielsweise muss dies eingehalten werden, wenn sie weiter ihre Produkte in die EU verkaufen wollen. Damit hat Europa die weltweit strengste Pestizid-Verordnung bekommen. Erstmals gibt es damit einen Ausstiegsbeschluss für hochgefährliche Pestizide. Selbst Pflanzenschutzmittel, die nicht unter das Verbot fallen, unterliegen strengen Prüfungen und Auflagen, so dürfen sie nicht das Immun- und Nervensystem schädigen.

Zusätzlich werden die EU-Staaten verpflichtet, nationale Programme vorzulegen. Darin können die Staaten Alternativen zur chemischen Bekämpfung von Schädlingen vorschreiben, indem sie beispielsweise die Landwirte zur Änderung der Fruchtfolge verpflichten und schädlingsanfällige Monokulturen einschränken. Verordnungen, die zeigen, dass von der EU nachhaltiges Handeln in der Welt ist ausgehen kann. Es gibt keine Alternative zum Handeln, außer dem Untergang. (AFP/dpa/HA aus Straßburg, 14. 1. 09 in HA.) 

 

Nachhaltiges Wirtschaften durch Ökologischen Landbau (NA 4.4)

Der "Bund für ökologische Lebensmittelwirtschaft" (BÖLW) veanstaltete im Februar 2008 in Berlin den Tag des Ökolandbaus. Prof. Dr. Franz Josef Rademacher, Mitglied des Club of Rome, forderte dabei dringend notwendige Veränderungungen. Er sagte, dass wir "eine Revolution für ein Global Governance" brauchen. Und weiter stelte er fest:

Ohne weltweite verbindliche, gemeinsam entwickelte Standarts droht der ökologische Kollaps. Ökologischer Landbau ist ein Modell nachhaltigen Wirtschaftens, stabilisiert sensible Böden der Tropen und Subtropen und trägt damit zur Ertragssteigerung und Ernährungssicherung bei.

In Bonn, am Ort des eingangs erwähnten Tagungsortes, befindet sich das Bundesinstitut für Landwirtschaft und Ernährung. Dessen Geschäftsstelle des Bundesprogramms Ökologischer Landbau koordiniert auch Demonstrationsbertriebe und nennt Betriebe in der Nähe, bei denen sich Fachleute und Verbraucher über den ökologischen Landbau (BIO) informieren können: Für Süddeutschland Tel. 0621/481 48 86 (Frau Gehr) - Übriges Deutschland Tel. 03962/22 15 72 (Herr Hansen) - Informationsmaterial Tel. 02241/933 98-0. 

Seit Jahrzehnten sind die BIO-Erzeugnisse von www.demeter.de  bekannt. Später kamen die Erzeugnisse von www.bioland.de  hinzu. Besonders wertvoll ist die Bio-Milch. In fast ganz Deutschland ist beispielsweise die Milch vom www.hamfelderhof.de  erhältlich.                     

Andalusien stellt um auf integrierten Anbau: Das südspanische Andalusien ist die größte Agrarregion Europas. Von dort kommen gerade im Winter viele Produkte aus Gewächshäusern zu uns. Sämtliche Betriebe schlossen sich nun zur Vermarktungsgesellschaft „Hortyfruta“ zusammen, die weitgehend auf synthetische Pflanzenschutzmittel verzichten will. In Gewächshäusern wollen sie kostengünstig Nutzinsekten einsetzen. Damit werden auch die bislang oft erhöhten Pestizidrückstände bei der Paprika vermieden (jel in ETD Nr. 6/08). Als Landwirte: Der nächste Urlaub sollte zur Besichtigung des Anbaus in Andalusien genutzt werden.

Dass die BIO-Landwirtschaft auch zukünftiges Leben ermöglichen kann, wird noch von vielen bezweifelt. Wären die Tagungsteilnehmer einmal in das nahe Rheintal zwischen Lörrach und Rastatt gefahren, hätten sie das Summen der Bienen bei den gerade voll erblühenden Blüten vermisst. Dort klagten landesweit (Nordrhein-Westfalen) rund 7000 Imker über ein massives Bienensterben entlang der Rheinlinie. Der plötzliche millionenfache Tod in den Bienenstöcken setzte unvermittelt mit der Mais-Aussaat ein. Viele der Samenkörner waren zur Insektenbekämpfung mit dem Nervengift Clothianidin gebeizt worden, das vom Imkerverband als Ursache des Bienensterebens angesehen wird. Ähnliche Erfahrungen wurden zuvor von italienischen Imkern gemacht. Der Deutsche Berufs- und Erwerbsimkerverband wies zur gleichen Zeit darauf hin, dass das Nervengift mittlerweile für Kartoffeln, Mais, Zucker- und Futterrüben, Getreide und Raps zugelassen sei. Internationalen Studien zufolge baue sich das Gift aber kaum ab. Es könne sich deshalb im Boden jedes Jahr stärker ansammeln. Die französischen Veterinärämter rieten den Imkern, die Gebiete, in denen das Gift eingestzt wurde, für Jahre zu meiden (AFP 9. 5. 08 in HA).

Erst die Insekten - dann die Menschen? Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) handelte sofort. Schon am 16. Juni wurde das Ruhen der Zulassungen von 8 Saatgut-Behandlungsmitteln mit ähnlichen Wirkungen angeordnet. Die Mittel durften nicht mehr verkauft und Maissamen damit nicht mehr behandelt werden (AP 17. /18. 5. 08 in HA). Am 26. 6. 08 wurde gemeldet (dpa in HA), dass die Herstellerfirma des Pflanzenschutzmittels den Bienenzüchtern 2 Mio € zur Verfügung stellen wollte. Der Badische Imkerverband nannte dies "zu wenig", denn von dem Massensterben seien 700 Imker betroffen.

Wenige Tage nach dem publizierten Bienentod aus dem Rheintal meldete der Bio-Prof. Tautz von der Uni Würzburg, dass die Bienen nicht nur im Rheintal, sondern bundesweit starben. "Die Verluste sind sehr hoch, teilweise bis zu 100 Prozent". Und weiter: Im Schnitt hätten 30 % der Bienenvölker den Winter in Deutschland nicht überlebt, normal wären 10 %. Die Ursachen seien zwar regional verschieden, dennoch sei die Anfälligkeit für Parasiten und Krankheiten in den vergangenen Jahren gestiergen. Das bisherige Zuchtziel, sanftmütige und sehr fleißige Bienen zu erhalten, konnte erreicht werden, aber die Krankheitsanfälligkeit sei außer acht geblieben (dpa in HA 15. 5. 08).

Der Deutsche Bauernverband (DBV) bezog sich im Januar 2009 auf das Ergebnis des sogenannten Bienenmonitorings von wissenschaftlichen Einrichtungen, Imkerverbänden, dem DBV und der Chemischen Industrie: Die Winterverluste lagen danach von 2004-8 bei 8-16 %. Nach den Laboranalysen wurden die Bienen vor allem mit Varoamilben und Viren befallen. Es wurden aber auch (meist nur Spuren) 55 Pflanzenschutzmitten gefunden (20. 1. 09 AFP in HA).

Die Bienen sind für den Pflanzenerhalt und die Ernährung von größter Bedeutung. Ohne Bienen kein Obst. Sie sind durch eingeschleppte Parasiten, Viren und intensiven Landwirtschaftsanbau (kein Bio) bedroht und schon teilweise umgekommen. Die Imker sagen, dass Bio-Anbau auch den bedrohten Bienen zugute kommt. Dann fällt auch die genannte Ausrottung durch (angebliche) Pflanzenschutzmittel weg. Beispielsweise sterben seit 2003 in einigen Gebieten durch die Varroa-Milbe bei der Überwinterung bis zu 25 % der Bienen (ap in ETD Nr. 19). Wie man den Bienen vielleicht helfen kann: www.BeeGood.de sagt es (05/2008 Verde von BUDNI).

Sehr viele Nutz- und Wildpflanzen sind auf die Blütenbestäubung durch Bienen angewiesen, um Samen und Früchte zu bilden. Fehlen die Bienen samt Bestäubung, gerät das gesamte Ökosystem in Gefahr.

"Wenn die Bienen verschwinden, hat der Mensch nur noch vier Jahre zu leben", meinte seinerzeit kein geringerer als Albert Einstein.

 

 

Gentechnisch verändert - die Auszeichnungspflicht (NA 4.5)

Bei Produkten mit dem BIO-Siegel darf bei Anbau und Verarbeitung nachprüfbar keine Gentechnik eingesetzt werden.

Die sonstige Kennzeichnung:

Die Kennzeichnung "ohne Genttechnik" ist freiwillig. Sie darf jedoch nur verwandt werden, wenn Hersteller oder Importeur nachweisen können, dass der Einsatz von Gentechnik auf allen Verarbeitungsstufen ausgeschlossen ist.

Kennzeichnungspflichtig sind: Alle Lebensmittel, Zutaten oder Zsatzstoffe, die aus gentchnisch veränderten Organismen (GVO) hergestellt sind, gleichgültig ob die gentechnische Veränderung nachweisbar ist oder nicht. Der Kennzeichnungstext kann verschieden formuliert werden, z. B.: "enthält genetisch veränderten ..." oder "genetisch verändert".

Nicht kennzeichnungspflichtig sind: Fleisch, Milch und Eier von Tieren, die mit gentechnisch veränderten Futtermitteln gefüttert wurden.

(Aus "Gentechnisch verändert?", Hrsg.: BMVEL, www.verbraucherministerium.de  , kann dort oft kostenlos bestellt werden, Tel. 0180/522-1996.)

 

Der Erhalt der biologischen Vielfalt rettet auch den Menschen  (NA 4.6)

Vom 19. - 30 5. 08 fand in Bonn die dem Biosafety-Protokoll nachfolgende 9. UN-Naturschutzkonferenz der Konvention über die biologische Vielfalt mit rund 6.000 Teilnehmern aus rund 170 Ländern statt. Bundesumweltminister Gabriel betonte in seiner Eröffnungsrede den Zusammenhang zwischen dem Verlust biologischer Vielfalt und der weltweiten Klimaänderung als wichtigste Herausforderung für die internationale Politik. - www.bmu.de  

Grundlage der Konferenz war die Konvention über die biologische Vielfalt (UN Convention on Biological Diversity - kurz CBD), 1992 in Rio de Janeiro beschlossen. Sie soll den Schutz und die nachhaltige Nutzung der Lebensräume, Arten und Gene abdecken. 

Im Vordergrund steht hier der Schutz des Planzen und Tiere schützenden Waldes, bei dem die deutsche Forstwirtschaft weltweit Vorbild ist. (Sie ist es auch für China, dass sich nach Kräften bemüht den sozialistischen Mao-Waldraubbau rückgängig zu machen.. Lübecker Forstfachleute flogen u. a. nach China, um dort ihr Wissen weiter zu geben und wurden hier aus China besucht.) Außerdem ist der Schutz der Meere ein wichtiger Tagungsordnungspunkt. Viele weitere Themen gehören dazu : Der Natur- und Artenschutz allgemein, die Gesundheit und Chemikalien, der Erhalt des Wassers mit den Problemen Abfall und Bodenverseuchung sowie die Luftreinhaltung gehörten dazu.

Internet INFOS dazu: www.cbd.int der UN, www.biodiv-chm.de des Deutschen Clearing-Hous Mechanismus (CHM), www.naturallianz.de , www.bmu.de .

Am Eröffnungstag fand in Bonn als Mahnung an die Tagungsteilnehmer  das "LIVE NATURE"-Konzert statt, mit wichtigen Künstlern aus 5 Kontinenten, wie Bob Geldof.

Das Tagungsergebnis kommentierte die Umweltredakteurin Angelika Hillmer (HA 31. 5. 08) mit der Überschrift: "Mehr als man erwarten konnte." Dann nannte sie zwei konkrete Erfolge: Mehr Meeresschutz und die Ausarbeitung eines Abkommens, um Gewinne aus Naturressourcen gerechter zu verteilen. Die Delegierten, so meinte sie, hätten ihr Bestes gegeben. Nun seien die Gesellschaften aller Länder gefragt.

"Wissenschaftler müssten mehr zur biologischen Vielfalt forschen....Unternehmen müssten selbst Standarts setzen, die einen weiteren Raubbau an der Natur ausschließen. Verbraucher müssen mit ihrem Kaufverhalten ein Zeichen setzten. Frei nach dem Motto: Tropenholz gehört in den Wald und der eigene Fleischkonsum auf den Prüfstand." 

Eile ist geboten, denn der Genpool verkleinert sich dramatisch. Eine Studie des UN-Umweltprogramms UNEP weist darauf hin, dass neuartige Medikamente gegen Knochenschwund und zur Krebsmedizin, beispielsweise aus der Biotechnologie, verhindert werden. Hier waren bereits erste vielversprechende Entdeckungen gemacht worden (Mirjam Mohhr ap in ETD Nr. 19). Wissenschaftler des Botanischen Gartens in New York planen (auch gegen den sich verkleinernden Genpool) eine Gen-Datenbank für alle Baumarten der Welt (ap in ETD Nr. 19). Internet: www.nybg.org.

Mangelnde Eile kritisiert auch Greenpeace an dem Tagungsergebnissen, weil erst bis 2010 bis 2012 mit der Umsetzung der Ergebnisse begonnen wird: "Der Uno-Gipfel kriecht wie eine Schnecke, während der Verlust an Arten und Lebensräumen rasant schnell voranschreitet." 

Mitglieder des Bundes für Umwelt und Naturschutz (BUND) hielten bei der UNO-Konferenz eine Mahnwache . Jeden Tag sterben rund 150 Arten aus - und Franz Alt (www.sonnenseite.de ) kommentierte (in ETD am 10. 6. 08) "Sag mir wo die Vögel sind". 

Die Weltnaturschutzunion (IUCN) stellte am 6. 10. 08 auf dem Weltnaturschutzkongress in Batcelona eine rote Liste vor, nach der mehr als ein Drittel aller Tier- und Pflanzenarten weltweit vom Aussterben bedroht sind. Von den rund 4.500 untersuchten Säugetierarten sind es 1.140 (dpa in HA 7. 10. 08).

Im November 08 warnte WWF: Das chinesische Wirtschaftswachstum bedrohe zunehmend seine Tier- und Pflanzenarten. So wurde China zum zweitgrößten Importeur von Tropenhölzern, was den Holzeinschlag in Afrika verstärke (hi in HA 12. 11. 08).

Überraschend war für die Forscher des Max-Planck-Instituts für Biogechemie in Jena, dass, unabhängig von der Artenidentität, der Artenreichtum allein deutlich mehr und schneller organischen Kohlenstoff anlagert, der dadurch wiederum die Kohlendioxyd-Speicherkapazität erhöht (ang in HA 10. 11. 08).

 

Ein "Forum für Verantwortung" (NA 4.7)

Die Stiftung Forum für Verantwortung startete zusammen mir der ASKO EUROPA-Stiftung und der Europäischen Akademie Otzenhausen ein Bildungsprogramm, um das Wissen über Nachhaltigkeit in der Gesellschaft zu vertiefen. Dazu wurden zunächst 12 Bücher zur Zukunft der Erde verschiedener Forscher zum erschwinglichen Preis von 9,95 € herausgegeben, die im Buchhandel erhältlich sind.

Anschrift: Forum für Verantwortung, Am alten Berg 25, 64342 Seeheim-Jugenheim. Link siehe unten NA 1.2.

Im Januar 2008 wurden die 12 Bücher in den Räumen der Handelskammer Hamburg vorgestellt. Deren Präsident Dr. Karl-Joachim Dreyer leitete die Diskussion mit folgenden Worten ein: „Nur wer in seinen unternehmerischen Entscheidungen langfristige Perspektiven berücksichtigt, sich vernünftige Wachstumsziele setzt und diese beharrlich verfolgt, und wer von dieser Strategie sowohl seine Mitarbeiter als auch seine Anteilseigner gleichermaßen überzeugt, dieser Unternehmer beweist Mut zur Nachhaltigkeit.“

Klaus Wiegand, Initiator der Stiftung Forum für Verantwortung und bis 1998 Manager der Metro, konnte die einleitenden Worte des IHK-Präsidenten aus eigenem Erleben ergänzen: „Alle stehen unter dem Druck, Performance zu machen.“ Das größte Hindernis auf dem Wege in die Nachhaltigkeit liege im Streben nach kurzfristiger Gewinnmaximierung. Das sei nicht vereinbar. Wir bräuchten eine Mäßigung und Entschleunigung in der Welt. (Die Redaktion ergänzt: Beschleunigung bei Nachhaltigkeit und Innovationen zur Energie- und Umweltverschmutzungseinsparungen sind erforderlich.)

Viele sachverständige Fachleute konnten bei der Veranstaltung mit 200 Gästen wichtige Details zum Thema Nachhaltigkeit beisteuern. Darunter Prof. Dr. Klaus Töpfer (früher Exekutivdirektor des Umweltprogramms der Vereinten Nationen UNEP). Er berichtete u. a. von einer CO 2 -freien Stadt, die in den USA für 50.000 Menschen mit einem 500 Megawatt Solarkraftwerk geplant wird. Weitere Redner waren unter anderem: Der Volkswirtschaftler Prof. Bernd Meyer (Buch Nr. 9), der Energiesystemforscher Prof. Hermann-Josef Wagner (Buch Nr. 6) und der Prof. für internationale Beziehungen Dr. Harald Müller (Buch Nr. 12 – s. a. Unter Deutschland wohin? Die Grenzen des Wachstums). Professor Dr. Friedrich Schmidt-Bleek (Buch Nr. 4) ist Präsident des Factor 10 Institute. Er wies auf den so genannten „ökologischen Rucksack“ hin, dass sind alle Stoffe eines Produkts von der Gewinnung des Rohstoffes mit dem Verbrauch (wie Energie und Abwasser) für Herstellung, Transport, Vertrieb, Nutzung (wie Gerätetransformatoren ohne Abschaltung und weiterer Verbrauch) bis zur schadlosen oder schädigenden Entsorgung. Alle Anwesenden hatten den Willen, sich selbst für die Nachhaltigkeit einzusetzen, wie beispielsweise Prof. Stefan Rahmsdorf oder Dr. Michael Otto. Der Letztere ist durch den Otto-Versand bekannt. Immer mehr Unternehmer müssen und werden die Nachhaltigkeit in ihr unternehmerisches Denken einbeziehen – oder zusammen mit der Umwelt untergehen. Prof. Töpfer schloss seinen Vortrag, indem er den Philosophen Baltasar Gracián aus dem 17. Jahrh. zitierte: „’Die Festigkeit gehört in den Willen, nicht (nur) in den Verstand’. Wenn wir uns also fest die Ziele setzten, dann werden wir auch sehen, dass wir sie erreichen.“  (Z. T. aus H. Soleinsky, Wir dürfen die Zukunft nicht verbrauchen, in ETD Nr. 5, 08.)  

Forum für Verantwortung: www.forum-fuer-verantwortung.de/    

12 Bücher vom FORUM FÜR VERANTWORTUNG für Mut zur Nachhaltigkeit:

1.       Jill Jäger: Was verträgt unsere Erde noch?

2.       Mojib Latif: Bringen wir das Klima aus dem Takt?

3.       Klaus Hahlbrock: Kann unsere Erde die Menschen noch ernähren?

4.       Friedrich Schmidt-Bleek: Nutzen wir die Erde richtig?

5.       Wolfram Mauser: Wie lange reicht die Ressource Wasser?

6.       Hermann-Josef  Wagner: Was sind die Energien des 21. Jahrhunderts?

7.       Rainer Münz/Albert F. Reiterer: Wie schnell wächst die Zahl der Menschen?

8.       Stefan Rahmstorf/Katherine Richardsen: Wie bedroht sind die Ozeane?

9.       Bernd Meyer: Wie muss die Wirtschaft umgebaut werden?

10.   Stefan H. E. Kaufmann: Wächst die Seuchengefahr?

11.   Josef H. Reichholf: Ende der Artenvielfalt?

12.   Harald Müller: Wie kann eine neue Weltordnung aussehen?

 

"Weltzukunftsrat" auf der Suche nach politischen Lösungen (NA 4.8)

Der "Weltzukunftsrat" oder "The World Future Council" (WFC) hat seine Zentrale in 20401 Hamburg, Postfach 11 01 53, Tel. 040/30 70 914-0, Fax - 14. Der Weltzukunftsrat will dazu beitragen, eine faire und zukunftssichere Welt zu schaffen und wesentliche Veränderungen dafür voranzutreiben. Dazu unterhält der Weltzukunftsrat ein EU Büro in Brüssel, Tel.: +32 (0) 2210 1780, ein Büro in England in London Tel.: +44 (0) 20 7863 88 33, sodann je eins in den USA Tel.: +1 413 549 81 18 und Neu-Delhi.

Ein wichtiger Gründer und Präsident des World Future Council ist der Träger des alternativen Nobelpreises Jakob von Uexküll. Zusammen mit Herbert Girardet gab er das Taschenbuch "Die Aufgaben des Weltzukunftsrates" heraus (143 S. b. Kamphausen).

Am 10. Mai 2007 wurde das WFC mit einer Gala im Hamburger Rathaus - zusammen mit der Menschenrechtlerin Bianca Jagger, dem Atomphysikers Peter Dürr und Heidelbergs Exbürgermeisterin Beate Weber - gegründet. Hamburg gab 2,5 Millionen, Dr. Michael Otto (bekannt der Otto-Versand) 1,5 Millionen und weitere Privatspender gaben noch einmal 1 Million Euro zum Gründungskapital von 5 Millionen Euro. Die rund 50 WFC-Mitglieder und ihre Expertenkommissionen suchen weltweit nach Lösungen für die sozialen und ökologischen Probleme der Erde (Nataly Bombeck in HA 28. 4. 08). 

Am 20. Mai 2008 traf man sich nach einjährigem Bestehen zur zweiten Konferenz wieder. Anlässlich der Eröffnung im Festsaal des Hamburger Rathauses sagte Frau Bianca Jagger zum Klimawandel: "Die Zeit verrint. Wenn es uns nicht gelingt, Lösungen zu finden, gibt es eines tages kein Platz mehr für künftige generationen." Die neue stellvertretende Bürgermeisterin Goetsch versprach, auch in Zukunft die Arbeit des WFC zu unterstützen.

Als erstes Buch einer geplanten Reihe erschien (Europäische Verlagsanstalt) von Girardet das Buch "ZUKUNFT IST MÖGLICH" - mit 360 Seiten eine umfangreiche Untersuchung über Wege aus dem Klima-Chaos. Der nächste Abschnitt ist nach diesem Titel genannt. Er bringt nachfolgend die Adressen vieler Institutionen und einiger Firmen (Pro-Umwelt-Adressen), die sich für eine mögliche Zukunft einsetzten.

Ein Forschungsteam arbeitet an kontinuierlichen Politikmöglichkeiten für zukunftsfähige Lösungen in den Bereichen Energie, Umwelt, Transport, Nahrung und Abrüstung. Das Dokument "Policies to Change the World" kann in Englisch herunter geladen werden.

The World Future Council: www.weltzukunftsrat.de/

 

Keine Steaks essen - zum Lebenserhalt (NA 4.9)

Der Zoologe Reichholf (TU-München) rechnet vor, dass die Rinderzucht dem Klima mehr schadet als der gesamte PKW-Verkehr. Bei der Klimawirkung im Vergleich (Methan 23-mal-wirksamer als CO 2 ) geben die Wiederkäuer 18 % und der gesamte motorisierte Verkehr 14 % der CO 2 gleichen Treibhausgase ab (FOCUS 17/2007). Wer dann die CO2-Abgabe der Gebäude betrachtet, kommt zu dem fast unglaublichen Ergebnis, dass alle Gebäude zusammen nur halb so viel klimawirksame Treibhausgase abgeben wie alle Rinder zusammen. 170 Millionen heilige Kühe in Indien und 180 Millionen Rinder in Brasilien sowie die Waldvernichtung in Afrika lassen selbst die angeblich niedrige Treibhausabgabe der ärmeren Länder in anderem Licht erscheinen (FOCUS 17/2007). Hinzu kommen noch die Rinderheere in Australien.  

Der Deutsche Naturschutzring, der Deutsche Tierschutzbund und der Verein Prohvieh forderten deshalb auch eine Trendwende beim wachsenden Fleischkonsum. Sie gaben Ende Januar 2008 folgendes zu bedenken: Die Viehhaltung sei nach Angaben der Welternährungsorganisation FAO mit 18 % am Treibhausgas-Ausstoß beteiligt. In den Entwicklungsländern sei der Fleischkonsum von 1970 bis 2002 von 11 auf 29 kg pro Kopf und Jahr angestiegen und in den Industriestaaten von 65 auf 80 Kilo (hi in HA 30. 1. 08).

Der Präsident des Umweltbundesamtes, Andreas Troge, rief die Bundesbürger auf, weniger Fleisch zu essen. „…Mäßigung beim Fleischkonsum wäre auch für das Klima gut“, sagte Troge Anfang 2008 der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (ap/jel in ETD Nr. 6/08).

Zusätzlich sagte der 2008er Nobelpreisträger, der Virologe zur Hausen, im SPIEGEL-Interview: "Rindfleisch ist ein Risikofaktor". - Steak-Medium kann durchaus Krebsviren enthalten (in DER SPIEGEL 42/2008). 

Bio-Lebensmittel-Anbau, 2/3 Fleischverbrauch-Einschränkung und Verzicht auf Bio-Kraftstoffe mit Waldaufforstung statt –abholzung oder –verbrennung würden mehr Treibhausgase einsparen als die gesamte Industrie abgibt - oder alle Autos und Gebäude zusammen abgeben.

Siehe hierzu auch http://www.naturheilkunde-heilt.de . Doch wahrscheinlich werden die Steaks in den heute noch reichen Ländern weiter verzehrt und wahrscheinlich werden dann auch die Krankheitskosten immer höher, denn Spass macht es schon, dass Steak zu verzehren. Und ein bisschen Spaß muss ja sein, wie wir in dem erfolgreichen Lied immer hörten, dann ist die Welt voll Sonnenschein - zumindest zunächst. Ähnlich ist es auch mit vielen hochfrequenten Strahlen, die oft auch dem Spaß dienen - aber leider auch schädlich sein können (siehe auch www.haussanierungspraxis.de "Risiko Elektrosmog?") - und siehe den nächsten Bericht.

Aus diesem Grunde hat auch der Forscher und Klimaschutz-Uno Experte Professor Henning-Steinfeld für die Rinder der nicht umkehrbaren Steak-Esser eine Methode erdacht, die eine Methanabgabe der Rinder weitgehend verhindern - und zusätzlich noch den Amazonas-Wald retten könnte. Unter "Zukunftsforschungen" wird dies beschrieben. Leider können die heiligen Rinder Indiens dadurch nicht zur Vernunft gebracht werden, kein Methan mehr abzugeben. 

Immer wieder liest man in der Presse von irgendeiner Geflügelpest. Kurz vor Weihnachten 2008 wurden wieder 300.000 Puten getötet. Auch dies wäre bei nachhaltiger Denk- und Wirtschaftsweise nach Inhalt vieler sachkundiger Leserbriefe vermeidbar. So schrieb Karin Ulich (in HA 27./28. 12. 08) unter anderem: "Massentierhaltung zerstört bäuerliche Existenzen zu Tausenden...Denn industrielle Tierhaltungsanlagen sind weitgehend automatisiert. Erst seit auf diese Weise billiges Fleisch durch Tierquälerei im Übermaß auf den Markt geworfen wurde, begann die Bevölkerung viel mehr Fleisch zu essen als der Gesundheit gut tut. Dafür wächst der Hunger in der Welt, denn etwa die Hälfte des weltweit erzeugten Getreides landet in Nutztiermägen....Ähnliche (low pathogene) Viren finden sich weltweit immer wieder in Geflügelställen, werden normalerweise garnicht bemerkt, zumindest aber ignoriert." Frau Ulich schreibt u. a. weiter, dass die Massentötung der Bankrott der grundsätzlich seuchenanfälligen Fabriktierhaltung ist.

Anfang November 2011 veröffentlichte WWF eine Studie, nach der die Deutschen doppelt so viel Fleisch essen, wie von der DGE empfohlen wird - und dafür wird dann eine Fläche von der Größe Österreichs mit 8,42 Millionen Hektar benötigt.

 

Elektrosmog schadet Menschen, Pflanzen und Tieren (NA 4.10)

Der Herausgeber und Chefredakteur der Zeitschriften HP NATUR-Heilkunde und DER FREIE ARZT, Jost J. Kröger, hielt eine Meldung des BUND vom 29. 10. 08 aus Berlin für so wichtig, dass er sie im Zusammenhang mit Therapieresistenz in Heft 10/08 einleitend unter „Blickpunkte“ behandelte.  

„Viele Menschen haben – wie man so sagt – ein ‚dickes Fell’ und merken nichts. Doch sind gerade diese Menschen es, die plötzlich dann, wie durch  einen Donnerschlag, eine tief greifende Erkrankung erleiden…Elektrosmog bedrohe nicht nur die menschliche Gesundheit, sondern sei auch für Schäden in der Tier- und Pflanzenwelt verantwortlich.“  

Sodann wurde der BUND-Vorsitzende Horst Weiger zitiert: „Es ist unverständlich, warum Bundesumweltminister Sigmar Gabriel erst kürzlich noch Entwarnung gab, die Strahlung des Mobilfunks schade zumindest erwachsenen Handynutzern nicht. Das EU-Parlament hält die Grenzwerte für nicht ausreichend. Viele Studien zeigen, dass die Mobilfunkstrahlung nicht nur dem Menschen, sondern auch Pflanzen und Tieren schadet. Zudem weiß man noch viel zu wenig über die Langzeitwirkung von Funkstrahlung. Statt jedoch diese Erkenntnislücke zu schließen, genehmigt die Bundesnetzagentur immer weitere Funknetze für neue Anwendungen.“  

Und weiter hieß es in dem Bericht: „Beim Menschen nachgewiesene gesundheitliche Schäden seien u. a. Schlafstörungen und Erschöpfungszustände. Wissenschaftliche Untersuchungen zeigten Störungen des vegetativen Nervensystems sowie eine erhöhte Durchlässigkeit der Blut-Hirn-Schranke, wodurch Umweltschadstoffe direkt ins Gehirn gelangen können. Zudem bestehe der Verdacht auf Förderung sowie Auslösung von Hirntumoren. Insekten und Tiere wie Bienen, Brieftauben oder Fledermäuse verlören durch künstliche elektromagnetische Felder zum Teil die Orientierung.“  

Wilfried Kühling wurde als Vorsitzender des wissenschaftlichen Beirates des BUND zitiert mit: „Lebewesen sind auf natürliche, von der Natur vorgegebene bioelektrische Steuerungsprozesse angewiesen. Technische Funksignale greifen als Störsender permanent in immer komplexerer Weise in diese natürliche Steuerung ein, wodurch falsche und biologisch nicht sinnvolle Reaktionen ausgelöst werden.“…  

Der BUND machte sodann Vorschläge, wie eine Kommunikationstechnologie aussehen müsse, die Schäden für die Gesundheit und Umwelt ausschließe: Der Grenzwert für elektromagnetische Strahlung müsse ...begrenzt werden… Die mobile Versorgung müsse künftig durch strahlungsarme Anwendungen ermöglicht werden… Sendeanlagen sollten nur an Orten gebaut werden, wo eine minimale Belastung der Anwohner entsteht… Zudem müssten sich überlagernde Funknetze zurückgebaut und netzgebundene Techniken ausgebaut werden…

BUND-Mobilfunkexperte Bernd Müller forderte dem Bericht zufolge: „Damit künftig Umwelt- und Gesundheitsschäden ausgeschlossen werden können, dürfen Funknetze nicht weiterhin massiv ausgebaut werden, sondern es müssen neue Kommunikationstechniken gefunden werden. Dazu gehört auch ein Rückbau vieler Sendeanlagen, weil bereits eine nicht notwendige Mehrfachversorgung vorhanden ist.“

Der BUND forderte den Umweltminister auf, einen ergebnisoffenen Diskurs mit allen Akteuren und Betroffenen über den weiteren Umgang mit Funktechnologien zu führen. Dies vor dem Hintergrund von rund 200.000 Mobilfunk-Sendeanlagen, 2 Mio. kleinerer Sendeanlagen, 50 Mio. Häuslicher Sendeanlagen wie W-LAN, Schnurlose Telefone und Anlagen zur Daten- und Videoübertragung sowie rund 100 Mio. Mobiltelefone. Viele Geräte würden die Grenzwerte der Verordnung über elektromagnetische Felder überschreiten, dazu gehörten auch als strahlungsarm angebotene DECT-Telefone. Mobiltelefone überschritten die Grenzwerte bis um das Zehnfache. - Dies als weiteres Beispiel für wahrscheinlich "nicht nachhaltiges Handeln". 

Leider wird die Elektrosmogbelastung durch die am 12. 4. 2010 versteigerten neuen Mobilfunkfrequenzen weiter erhöht. Sie sollen vor allem auch die ländlichen Regionen mit den dort fehlenden leistungsfähigen Glasfasernetzen abdecken. Der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) warnte deshalb auch auch eindringlich davor (AFP 12. 4. 10 in HA). Allerdings wurden alte Fersehfrequenzen versteigert, die nicht gepulst und wohl auch nicht so schädlich sind.

 

Quecksilberlampen vergiften die Umwelt (NA 4.11)

Die EU hatte den Einsparungseinfall, die früheren Glühlampen durch Energiesparlampen zu ersetzen, obwohl für die Glühlampenbelichtung von Gebäuden vergleichsweise fast kein Strom verbraucht wird (siehe Spurengase+Erwärmung). Die Kohlendioxyd-Abgabe durch Gebäude beträgt nur rund 8 % der Gesamtabgabe. Davon entfallen aber nur höchstens 40 % auf den Stromverbrauch und davon wiederum nur rund 8 % auf die Beleuchtung. Das sind dann also nur rund 1/4 %. Diese 1/4 % weltweit sind für Europa allein dann wieder nur rund 1/4 % - also fast nichts, vielleicht so viel wie die Brüsseler und Berliner Umweltbeamten einsparen würden, wenn sie keine Steaks mehr essen oder keinen BIO-Diesel vorschreiben würden (Ki). 

Dafür werden (nach d. Entsorger Lightcycle GmbH) 80 Millionen Energiesparlampen mit dem hochgiftigen Quecksilber (und 90 % der in Privathaushalten eingesetzten) falsch in die normale Mülltonne entsorgt. "Auch moderne Müllverbrennungsanlagen können das Quecksilber der im Hausmüll entsorgten Energiesparlampen nicht vollständig zurückhalten. Es kann so in die Umwelt gelangen und Luft, Böden und Gewässer belasten. 'Der Mensch nimm das Quecksilber dann mit der Nahrung und der Luft auf', warnt Dr. Helmut Köster vom Medizinischen Labor Bremen.

Das Problem: Der Gesetzgeber hat die Entsorgung der Lampen nicht ausreichend gesetzlich geregelt. Läden, die Energiesparlampen verkaufen, müssen diese nicht zwingend zurücknehmen (einige machen es allerdings, z. B. die Max Bahr Baumärkte). Schärfere gesetzliche Regelungen zur Rücknahme sind bis auf Weiteres vom Bundesumweltministerium nicht geplant (NDR Fernsehen Markt 20. 4. 09, 20.15 Uhr).

Ein weiteres Problem erhöht noch das erste: Wegen mit Abstand zu vieler geplanter Müllverbrennungsanlagen wird Deutschland zur Müllverbrennung Europas und darüber hinaus (siehe auch www.nachhaltige-ökonomie.de ). Es sind also schnellstens Gegenmaßnahmen in Deutschland und Europa zu treffen, u. U. den Zwang zu Qucksilberlampen zu stoppen. Es eilt!

 

Dieselruß schadet der Gesundheit und dem Klima (NA 4.12) 

Allein aus diesem Grunde werden alle Fahrzeuge auf der Windschutzscheibe mit Nummern beklebt, um sie gemäß Bundesimmissionsschutzgesetz bei Smog durch Gebietssprerrung aus den Städten zu verbannen.

Ganz anders bei Baumaschinen: Die Kampagne „Rußfrei fürs Klima!“ forderte in ihrer nachfolgenden Presseerklärung der Deutschen Umwelthilfe (www.duh.de ) vom 23. 4. 2010 anlässlich der bauma 2010:

Dieselruß gefährdet das Klima und die Gesundheit der Menschen. Das Bündnis „Rußfrei fürs Klima“ fordert daher die Ausstattung aller Baumaschinen mit wirksamen Filtersystemen.

Baumaschinen verursachen rund ein Viertel der verkehrsbedingten Feinstaubemissionen. Dennoch müssen sie laut Bundesimmissionsschutzgesetz nicht mit Partikelfiltern ausgestattet werden. „Es ist nicht einzusehen, dass Baumaschinen ungefiltert die innerstädtische Luft selbst in Umweltzonen verpesten dürfen, obwohl Techniken bereit stehen, diese Giftschleudern für Mensch und Klima zu entschärfen“ sagt Jürgen Resch, Bundesgeschäftsführer der Deutschen Umwelthilfe e.V. (DUH).  Die Schweiz habe gezeigt, dass alle Baumaschinen kurzfristig mit Partikelfiltern ausgestattet werden können. Dort  existieren bereits seit Jahren strenge Vorschriften für die Ausstattung von Baumaschinen mit wirksamen Rußfiltern. „Wir brauchen eine Plakettenpflicht für Baumaschinen und  verbindliche Vorschriften – und sei es nur in den Kommunen – ,dass  bei allen öffentlichen Ausschreibungen die Ausstattung von Baumaschinen mit Partikelfiltern zwingend vorgeschrieben wird. Die Riesenbaustelle von "Stuttgart 21" zeigt, wie notwendig solche Auflagen sind, hat doch die Deutsche Bahn AG trotz verbindlicher Zusage keine Rußfilter eingesetzt“, sagte Resch .

Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), die Deutsche Umwelthilfe (DUH), der Naturschutzbund Deutschland (NABU) und der Verkehrsclub Deutschland (VCD) haben das Bündnis „Rußfrei fürs Klima!“ gegründet, um  den von  Dieselmotoren verursachten Feinstaub nahezu vollständig zu reduzieren. Dietmar Oeliger, Verkehrsexperte des NABU, sagte: „Verkehrte Welt – während Pkw und Lkw ohne Rußfilter zunehmend aus den Städten verbannt werden, verpesten Bagger, Planierraupen und Stromgeneratoren weiterhin die Luft“. Das Problem verschärfe sich, da Baumaschinen durch ihr hohes Durchschnittsalter und fehlende Abgaskontrollen während des Betriebs oftmals sehr hohe Emissionen verursachen und stundenlang inmitten dicht bebauter Gebiete eingesetzt werden. „Wer die Bürger und insbesondere die Bauarbeiter und Anwohner an den Baustellen konsequent vor krank machendem Feinstaub schützen will, muss auch Baumaschinen schleunigst mit Rußfiltern ausstatten,“ sagte Oeliger. Die Baubranche und die Bauauftraggeber, insbesondere Städte und Kommunen, müssten sich ihrer Verantwortung stellen.

Dr. Axel Friedrich, fachlicher Berater der Kampagne, erläuterte: „Dieselruß ist neben Kohlendioxid ein wesentlicher Faktor bei der Klimaerwärmung.“ In Europa stammt der Hauptteil des Rußes aus dem Verkehr. Die Rußteilchen werden mit den vorherrschenden Winden bis in die Arktis getragen, legen sich dort wie ein Grauschleier auf die Eisflächen und beschleunigen dadurch das Abschmelzen. „Wer heute Klimaschutz betreibt, muss nicht nur an die Minderung von Kohlendioxid, sondern darüber hinaus auch an die Reduktion von Ruß denken“, Friedrich.

Feinstaub sei jedoch nicht nur klimarelevant, sondern habe vor allem auch negative Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit. Prof. Dr. Dr. Erich Wichmann ist Direktor des Instituts für Epidemiologie am Helmholtz-Zentrum München und erforscht seit Jahren die Auswirkungen von Luftschadstoffen auf die Menschen. Die Wirkung von Partikeln auf die Lunge und das Herzkreislaufsystem sei längst nachgewiesen. Die Klein- und Kleinstpartikel lösen beim Menschen verstärkt Allergien, Asthmaanfälle und Bronchitis aus. Außerdem steigt das Risiko für Herzinfarkt und Krebs bei höherer Feinstaubbelastung an. Er hat schon vor Jahren gezeigt, dass das Lungenkrebsrisiko bei Fahrern von Erdbewegungs- und Baumaschinen um das 2-3-fache erhöht ist. „Es besteht kein Zweifel, dass die Freisetzung von Dieselruß durch Baumaschinen für die Fahrzeugfahrer, Bauarbeiter und Anwohner ein relevantes Gesundheitsrisiko darstellt. Daher ist die Ausrüstung von Baumaschinen mit Rußfiltern dringend erforderlich“, so Wichmann.

Für Rückfragen wurde u. a. angeboten: 

Jürgen Resch
Deutsche Umwelthilfe e. V. Bundesgeschäftsführer, Hackescher Markt 4, 10178 Berlin
 

Das Leben erhalten - oder Untergang? (NA 4.13)

Im Frühjahr 2007 erhielt der frühere US-Vizepräsident Al Gore den Oskar für seinen Umweltfilm „Eine unbequeme Wahrheit“ und Mitte Oktober dann in Oslo den Friedensnobelpreis. Das Problem ist erkannt, doch reichen die Gegenmaßnahmen nicht annähernd aus, obwohl viele warnen: 

Der  Zukunftsforscher Matthias Horx ist Mitbegründer von Trendforschungsinstituten. Er prognostiziert, dass die Klimafrage zur „Weltreligion“ wird (AP/dpa in HA 28. 12. 07).

Der Klimafolgenforscher Hans Joachim Schellnhuber, einer der 4 Träger des Deutschen Umweltpreises 2007, befürchtete anlässlich der Preisverleihung am 28. 10. 07 in Aachen sogar das Ende der jetzigen Hochkultur des Menschen, im Falle eines „Weitermachens wie bisher“. Dann werde es schon bis zum Ende dieses Jahrhunderts fünf bis sechs Grad wärmer werden (dpa in HA). 

Der im Vorwort erwähnte Dennis Meadows, er war immerhin Professor am berühmten MIT in Boston und Begründer des gerade nach Genf umgezogenen "Club of Rome", 1972, Autor des Buches "Grenzen des Wachstums" (30 Mio. mal verkauft), erwartet bis 2100 den globalen Kollaps. Er sagt: "Die meisten Menschen denken, dass es Lösungen geben wird, die uns besser dastehen lassen werden als jetzt. Ich glaube das nicht" (Gespräch mit Martin Dowideit in WamS 22. 6. 08). 

Der australische Mokrobiologe Frank Ferner wurde in Australien dadurch berühmt, dass er in den 50er Jahren eine riesige Kaninchenplage dort durch seine Erfindung besiegte, in den 60er Jahren war er führend an der weltweiten Ausrottung der Pocken beteiligt. Ferner sagte 2010(lt. t-online vom 20. 6. 10/ckr) der Zeitschrift "Australian": "Wir werden das gleiche Schiksal erleiden wie die Bewohner der Osterinseln." - Die Information des t-online-teams sind so brisant, dass sie weitgehend wörtlich wiedergegeben werden sollen:

Das Kapitel Menschheit sei in rund 100 Jahren erledigt, meinte Ferner. Verantwortlich sei die "Bevölkerungsexposition und ungezügelter Konsum. - Der Klimawandel stehe erst am Anfang." - Doch schon jetzt sehen wir auffallende Veränderungen beim Wetter.....In vielleicht 100 Jahren ist der Homo Sapiens ausgestorben. Für Tiere gelte das gleiche. Die Situation ist unumkehrbar. Ich glaube, es ist zu spät, urteilte der Gelehrte. 

Ferners Freund und Kollege, der Immunologe Stephen Boyden hielt den Pessimismus für verfrüht: "Frank könnte durchaus recht haben, sagte er, ebenfalls dem "Australian", aber viele von uns haben immer noch die Hoffnung, dass die Menschheit sich der Situation bewußt wird, und die notwendigen revolutionären Veränderungen einleitet, um die biologische Nachhaltigkeit herzustellen. So lange es einen Hoffnungsschimmer gebe, müsse man an einer Lösung arbeiten. Das Wissen sei ja vorhanden. Was fehle, sei der politische Wille, es zu lösen.

Am 13. Februar 2010 titelte dann BILD: "Kippt das Klima ins Extreme?" Dazu hieß es mit Bildern: Todesdürre in Brasilien. ...im Amazonas-Gebiet sind tonnenweise Fische erstickt. Wegen der Trockenheit sind viele Flüsse beinahe ausgetrocknet." Oder: "Jahrhundert-Schnee in Washington. Und eine neue US-Studie (University of California) warnt davor, dass wichtige Ökosysteme ohne Vorwarnung zusammenbrechen könnten. Forscher sprechen von Kipp-Punkten." Darunter die Überschrift: "Dieser Winter kostet uns Milliarden! Schnee und Eis sprengen die Straßen in Deutschland."

Schon im Juli 2010 wurde gemeldet: Tote durch große Kälte in Peru in den Anden, 8 Millionen Menschen in China im Hochwasser, 1 Million Menschen in Pakistan im Hochwasser - dort der Norden überschwemmt, in großen Teilen Russlands brennen die Ernte und der Wald ab.

 

Ausverkauf des Überlebensnotwendigen (NA 4.14)

Am 14. 11. 2011 begann das ZDF mit dem Versuch, die Bevölkerung auf den Ausverkauf überlebensnotwendiger Ressourcen so aufmerksam zu machen, dass sie nicht aus Desinteresse gleich um- oder wegschalteten, wie der bekannte Journalist Claus Kleber erläuterte. Darum verpackte das ZDF durch die Produktion von Pit Rampelt die Einführung in die Problematik in den 4,5 Millionen € teuren 2-teiligen Film "Verschollen am Kap". Einen Thriller bei dem es letzlich um Trinkwasser geht. T-Online.de schrieb am 15. 11.: "Drehbuchautor Christioan Jeitsch und Regisseur Andreas Senn ist mit dem Film genau das gelungen, was sie vorhatten - nämlich dem Zuschauer auf eindringliche und packende Weise das Problem der Wasserknappheit näherzubringen."

Claus Kleber verantwortete zusammen mit Angela Andersen die darauf folgenden Filme: "Machtfaktor Erde." Darin geht es direkt um die überlebensnotwendige Ressource Wasser "und wie sich bestimmte Staaten darauf vorbereiten, ihre Reserven gegen die Konkurrenz zu verteitigen beziehungsweise Ersatz zu schaffen." Barbara Möller beschrieb die ZDF-Themenwoche unter der Überschrift: "Planet Erde vor dem Ausverkauf." (in HA 11./12. 11. 11).

Und sie beschrieb darin beunruhigende Tatsachen: "Etwa dass sich indische und chinesische Truppen im Himalaja, dem wichtigsten von Gletschern gespeisten Süßwasserspeicher Asiens, schon für den Ernstfall bereithalten. Oder dass sich Indien mit bereits einem 3000 Kilometer langen Grenzzaun gegen Bangladesch abgrenzt, weil absehbar, dass in Bangaladesch irgendwann einmal nicht mehr genug Süßwasser ankommen wird. Genauso wie in Perus Hauptstadt Lima, weil die Gletscher in den Anden ebenfalls dramatisch abschmelzen. Lima, heißt es, könnte die erste Millionenmetropole sein, die wegen Wassermangels aufgegeben werden müsste. Staunend erfährt der Zuschauer, dass die Chinesen in Kenia und Brasilien riesige Häfen bauen, damit Soja, Reis und Weizen dort ab 2012 exklusiv für sie umgeschlagen werden können. 'Die Erde', sagt Kleber, 'wird ausverkauft.' -" 

Der frühere SPIEGEL-Herausgeber Stefan Aust bearbeitete dann zur Fortsetzung des Themas zusammen mit Claus Richter den ebenfalls 2-teiligen Film "Das Blut der Welt", über knapper werdendes Öl und Gas. Dazu sagte Stefan Aust (B. Möller in HA 11./12. 11. 11): "Die Mächtigen der Welt stecken mit Waffengewalt oder aggressiver Diplomatie ihre Claims ab."   

 

Nächster Abschnitt: Zukunft ist möglich.

 

(Ki)


Orientierung durch INFOS im Zusammenhang: www.info-sd.de
Wir leben ein Schuldenleben auf Kosten nächster Generationen und der Ressourcen.